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5:0 gegen Frankreich: Golden Eagles bleiben unbesiegbar

Krefeld – „Es war wirklich schön, hier dabei zu sein und zu sehen, wie Frankreich immer besser wurde. Ich denke, in einem siebten Spiel hätte es den ersten Sieg geholt“, sagte Brian Mantle, Geschäftsführer des Deutschen Cricket Bundes (DCB) auf dem Bundesstützpunkt in Krefeld. Doch im deutsch-französischen Vergleich der Cricket-Nationalmannschaften hieß es in einem dreitägigen Turnier 5:0 aus Sicht des Gastgebers. Das französische Team musste neidlos anerkennen, dass es mit Siegen schwer werden würde. „Wir sind hier, um von euch zu lernen“, sagte Coach Saravana Durairaj im Laufe des T20-Cups (20 Over mit jeweils sechs geworfenen Bällen). Damit haben die deutschen Cricket-Damen nun 14 Siege in Folge auf dem Konto – bis zum Weltrekord, der von Thailand gehalten wird, wären noch drei Erfolge übrig. Weltweit schauten bis zu vier Millionen Cricket-Fans im Live-Stream der ECN-Übertragung dieser Serie zu.

Bereits Spiel Nummer drei am Freitag hatte die Entscheidung gebracht: Die deutschen Damen gewannen den Münzwurf und entschieden sich zunächst für das Schlagen und Laufen. Nach 20 Overs lagen die Golden Eagles bei 132 Runs. Christina Gough erzielte mit einem satten Treffer zudem den ersten 6-Punkte-Schlag der Serie. Der Ball landete erst außerhalb der Spielfeldbegrenzung. Sharanya Saradangani setzte mit einem 4-Punkte-Schlag – der Ball rollt nach dem Schlag über die Linie – gegen Ende des ersten Innings (Durchgang) ein weiteres Highlight für ihre Mannschaft. Die Französinnen konnten sich im Vergleich zu den ersten beiden Duellen in ihrer Leistung weiter steigern und knüpften den Deutschen immerhin vier Wickets ab. Das französische Nationalteam kam anschließend in 19 Overs auf 67 Runs, als alle zehn Schlagfrauen ausgeschieden waren.

Emma Bargna eröffnete auf deutscher Seite das Bowling und bewies mit ihren Mitspielerinnen, dass sich das Fielding (taktische Orientierung) in den letzten Jahren beim deutschen Frauen-Team weiterentwickelt hat. Frankreich kam nach neun Overs auf 34 Runs – Deutschland konnte zwei Wickets nehmen. Zwischenzeitlich gab es auch starke Catches der Deutschen: Beispielsweise fing Janet Ronalds das Spielgerät aus der Luft, auch Tina Gough griff im richtigen Moment zu. Zudem ahndeten die Umpires (Schiedsrichter) ein sogenanntes Leg-before-Wicket, das bedeutet, der Schlagmann versucht regelwidrig mit dem Bein statt ausschließlich mit dem Schläger das Wicket zu beschützen. Ausschließlich auf den Zuruf des werfenden Teams „How ist that?“ kann der Schiedsrichter handeln.

Player of the Match wurde Janet Ronalds mit drei Catches, zwei Wickets und 35 Runs. Teamkapitänin Anuradha Doddaballapur, die am Vortag bereits diesen Titel einheimsen konnte, überließ bester Laune trotz vier Wickets in vier Overs diesmal ihrer Mitspielerin den Vortritt. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben drei von fünf Spielen gewonnen und damit schon nach zwei Tagen auch die Serie. Ich könnte kaum zufriedener sein“, sagte die 34 Jahre alte Frankfurterin, die als Wissenschaftlerin im Bereich Herz- und Lungenforschung des Max-Planck-Instituts arbeitet und Deutschland mittlerweile im fünften Jahr als Kapitän anführt.

In Anbetracht der Tatsache, dass aufgrund der Corona-Krise acht Monate kein gemeinsames Treffen möglich war und es nach einem Hallentraining Ende Mai in der Sporthalle auf dem Gelände von Bayer 05 Uerdingen erst das zweite Zusammenkommen war, herrschte eine größtenteils positive Grundstimmung den dargebotenen Leistungen gegenüber. „Ich denke, unser Batting-Line-Up war stark. Das Fielding ist im Verlaufe der drei Partien auch besser geworden“, so die Leistungsträgerin nach dem zwölften Sieg der Golden Eagles in Folge.

Luft nach oben sah Trainer Michael Thewlis beim Bowling: „Insgesamt gesehen war die Leistung schon gut, aber daran müssen wir arbeiten. Der Rest war gut.“ Ziel müsse es werden, dass der Ball erst näher vor dem Wicket auf den Boden prallt, um es dem schlagenden Gegner noch schwerer zu machen. In der Vergangenheit gab es seit März 2020 regelmäßige Video-Konferenzen, um in Kontakt zu bleiben und theoretische Aspekte des Spiels zu erörtern. Der 51 Jahre alte Engländer aus Newcastle ist im dritten Jahr Trainer der deutschen Frauen und möchte zu einer professionellen Weiterentwicklung beitragen. Ein weiterer Fingerzeig: Mittlerweile stehen dem deutschen Team sogar zwei Physiotherapeuten zur Verfügung.

„Ich möchte gern, dass unsere Siegesserie weiter Bestand hat. Also möchte ich auch, dass wir die Spiele vier und fünf gewinnen“, meinte er bereits am Freitagabend. Und das sollte diesmal ein weitaus härteres Stück Arbeit werden. Krefelds Bürgermeisterin Kerstin Jensen schaute am Cricket-Bundesstützpunkt am Löschenhofweg am Finaltag vorbei. „Ich habe mir im Internet ein Video angeschaut, um die Grundregeln zu verstehen. Es ist so eine schöne Sportart. In der öffentlichen Aufmerksamkeit steht der Fußball und viele andere Sportarten wie zum Beispiel Cricket fallen hinten über. Es ist eine Sportart, in die man sich reinfuchsen muss. Aber Unwissenheit sollte nicht abschrecken, sondern Neugier wecken, mehr darüber erfahren zu wollen“, sagte sie nach der Eröffnungszeremonie und den beiden Nationalhymnen. Sie freue sich sehr über die Gäste aus Frankreich und dieses „großartige Ereignis“ in Krefeld.

Die Französinnen steigerten sich im vierten Spiel deutlich, legten am Schlag gut los und trafen Richtung Ende des ersten Durchgangs nahezu wie sie wollten. 84 Runs bei drei verlorenen Wickets war der bisher beste Angriffswert des Gegners. Deutschland übertraf diesen Wert nach 13 Overs und holte damit den vierten Sieg im vierten Duell. Player of the Match war diesmal die französische Spielerin Jennifer King, die mit 33 Runs den besten Wert beider Teams erreichen konnte.

Im fünften Vergleich bewiesen Les Bleus, die sich von Spiel zu Spiel steigern konnten, endgültig ihre Konkurrenzfähigkeit und boten eine starke Bowlingleistung. Die deutschen Schlagfrauen wurden vor ordentliche Probleme gestellt. Bianca Maes Loch schaffte drei Vier-Punkte-Schläge am Ende der Partie in Serie, sodass Deutschland insgesamt 103 Runs bei sechs verlorenen Wickets erzielen konnte. Im Gegenzug kamen die stark kämpfenden Französinnen auf 69 Runs bei acht Wickets.

Als beste Spielerin dieser Begegnung wurde Bianca Maes Loch ausgezeichnet, die drei Wickets nahm und 16 Runs aus 21 Würfen fabrizierte. Beste Akteurin der gesamten Serie war Deutschlands Kapitänin Anuradha Doddaballapur.

„In den letzten beiden Partien waren wir deutlich mehr gefordert als in denen zuvor. Davon lernen die Spielerinnen aber auch und müssen das für die Zukunft mitnehmen. Frankreich hat einen großartigen Spirit an den Tag gelegt und ich freue mich auf weitere Partien gegen das Team“, sagte Golden-Eagles-Coach Thewlis. Trainingseinheiten seien gut, aber Nichts könne Match-Praxis ersetzen. Die Französinnen zeigten sich als gute Verlieren, waren willkommene Gäste und ließen sich zu keinem Zeitpunkt entmutigen.

Das erste Spiel hatte Deutschland mit neun Wickets gewonnen, in 11,2 von 20 Overs hatte Deutschland die 65 Runs der Französinnen überholt. Es war nur ein Schlagmann bei den deutschen Frauen ausgeschieden. Das zweite Duell verlor Frankreich mit acht Wickets. Frankreichs Batter waren raus nach 55 Runs in 19,2 Overs. Deutschland kam auf 56 Läufe in 11 Overs.

Nach dem Wettkampf holte der DCB-Vorstand um den Präsidenten Siegfried Franz und Geschäftsführer Brian Mantle zudem noch die im Vorjahr ausgefallenen Ehrungen nach. Medaillen erhielten Severin Weiß (Vorstand Rugby Cricket Dresden) sowie sein Club für den Aufbau einer Kinder- und Frauen-Cricket-Mannschaft. Weitere Auszeichnungen erhielten die deutsche Nationalspielerin Verena Stolle (THCC Rot-Gelb) und Raman Kavungal Anat (TSV Asperg), der ebenfalls Frauen- und Kinder-Cricket im Verein aufbaute. Auch der Club wurde ausgezeichnet.