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Erfolgsserie gerissen: DCB-Frauen schaffen 4. Platz in WM-Qualifikation

Die deutsche Cricket-Nationalmannschaft der Frauen hat im spanischen La Manga den Sprung in die zweite Qualifikationsrunde für die T20-Weltmeisterschaft 2023 in Südafrika verpasst. In der Europa-Gruppe landete die Mannschaft von Bundestrainer Michael Thewlis auf dem vierten Rang von fünf teilnehmenden Mannschaften. Die Türkei hatte kurzfristig die Teilnahme zurückgezogen.

„Das ist nur ein Rückschlag nach einer langen Erfolgszeit und einer großartigen Weiterentwicklung der Spielerinnen und der gesamten Mannschaft. Es wird uns dabei helfen, neu bewerten zu können, worauf es ankommt, diesen Prozess weiter hinzubekommen. Ich weiß, dass da noch viel Potenzial schlummert“, sagte Thewlis nach einem Sieg aus den vier Partien gegen Frankreich, Niederlande, Schottland und Irland.

Irland wird seiner Favoritenrolle gerecht

Die Qualifikation begann mit einer klaren Niederlage gegen Irland. Die deutschen Frauen entschieden sich nach gewonnenem Münzwurf zunächst für das Bowling (Werfen). Somit war es den Irländerinnen vorbehalten, mit dem Schlagrecht über Runs zu Punkten zu kommen. Und das gelang ihnen ziemlich gut. 196 Punkte bei zwei von zehn möglichen ausgeschiedenen Schlagfrauen standen auf dem Scoreboard, als Deutschland um Teamkapitänin Anuradha Doddaballapur die Maximal-Anzahl von 120 Bällen in 20 Overs – ein Over entspricht sechs geworfenen Bällen – Richtung irischer Schlagfrau abgegeben hatte. Im zweiten Inning erreichten die Deutschen am Schlag lediglich 32 Punkte bei drei Wickets, also durch den Gegner aus dem Spiel genommenen Schlagfrauen.

„Es war ein schwieriges Spiel gegen eines der weltweit besten Frauen-Teams. Es sah dabei nie wirklich danach aus, dass sie uns vorzeitig aus dem Spiel nehmen können, als wir geschlagen haben und so haben wir bis zum Ende durchgehalten. Ich war wirklich angetan von unserer Hingabe, unserem Enthusiasmus und unserer Einstellung“, sagte Thewlis nach dem Auftaktduell, bei dem auch die Serie von zuvor 14 ungeschlagenen Partien in Folge riss. Vize-Kapitänin Christina Gough war mit 14 Runs aus 58 Bällen Deutschlands beste Schlagfrau.

Diese Niederlage sollte die Moral aber nicht brechen, die Vorfreude auf die weiteren Aufgaben bei sommerlichen Temperaturen in Richtung der 30 Grad war groß. Das zweite Spiel konnte Deutschland gegen Frankreich klar gewinnen. Die Französinnen waren bereits Anfang Juli zu Gast am Bundesstützpunkt in Krefeld und zogen in allen fünf Vergleichen den Kürzeren. Diesmal entschieden sie sich zunächst für das Schlagen. Nach 15 Overs waren alle zehn Schlagfrauen ausgeschieden, die Punktzahl lag bei 45. Die Deutschen erreichten das Target 46 nach 9,3 von 20 Overs. Nur eine Schlagfrau musste das Feld verlassen. Beste Deutsche war Bianca Maes Loch, die in vier Overs drei Wickets warf und zwölf Runs des Gegners zuließ. Doddaballapur schaffte zwei Wickets – also das Abwerfen der vom Schlagenden geschützten Holzkonstruktion – in einem Over.

Gegen die ebenfalls leicht favorisierten Niederländerinnen gab es am vergangenen Freitag die zweite Niederlage im dritten Spiel und somit war die letzte Hoffnung auf ein Weiterkommen dahin. Die deutschen Frauen kamen auf 71 Punkte nach 20 Overs – vier Schlagfrauen wären noch zum Einsatz bereit gewesen. Beste Schlagfrau war abermals die Hamburgerin Gough, die 47 Bälle in 34 Runs ummünzen konnte. Fünf Sechs-Bälle-Wurfrunden vor Schluss erreichte das Team aus dem Nachbarland das Target 72 und gewann die Partie vorzeitig.

Keine Nervosität gegen die Niederlande, aber zu wenig Runs

„Es war ein langer, heißer Tag für uns mit gleich zwei Spielen, aber das Team hat eine gute Leistung gezeigt. Das Match gegen die Niederlande war wichtig, weil wir verstanden haben, wie wir uns in den letzten zwei Jahren als Mannschaft weiterentwickelt haben. Die Nervosität, die wir damals noch gezeigt haben, war diesmal nicht da“, so der englische Coach der Deutschen. Doch seine Spielerinnen seien ordentlich enttäuscht gewesen, nicht mehr Punkte erzielt zu haben, um damit größeren Druck auf den Gegner auszuüben. „Allerdings haben die Gegenspielerinnen auch eine gute und genaue Bowling-Leistung gezeigt und es uns damit schwer gemacht, früh über Runs zu punkten“, meinte der 51 Jahre alte Cricket-Coach aus Newcastle.

Das Bowling und die taktische Ausrichtung auf dem Feld (Fielding) waren „richtig gut“. Zudem sei es gelungen, früh Wickets zu nehmen. Thewlis: „Das Team war glücklich darüber, aber vom Endergebnis natürlich enttäuscht.“ Auch im Abschlussspiel gegen Schottland mussten die „Golden Eagles“ noch einmal eine deutliche Niederlage hinnehmen. Zwar hielten sie die komplette Distanz von 20 Overs durch, konnten aber nur 36 Runs erreichen. Karthika Vijayaraghavan war mit sieben Runs beste Deutsche. Schottland beendete die Partie früh und übertrumpfte die deutsche Ausbeute mit dem Opening-Duo nach 4,5 Overs. „Wir haben einen ganz schlechten Tag erwischt. Sie haben gut gebowlt und wir haben nicht so geschlagen, wie wir es eigentlich können“, so Thewlis. So etwas passiere eben im Cricket, der als Beispiel die Leistung Indiens gegen England nannte. Das Team von der Insel besiegte den klaren Favoriten völlig überraschend mit 76 Runs Vorsprung.

„Die Spielerinnen sind sehr sauer über diese Leistung, weil eigentlich viel mehr möglich ist. Aber nun ist eben alles vorbei. Es war ein schwieriges Spiel gegen gute Gegnerinnen“, resümierte der Trainer. Die „Golden Eagles“ hatten sich viel vorgenommen und insgeheim auf die Qualifikation für die nächste Runde gehofft, um im kommenden Jahr im Global Qualifier anzutreten. Dazu hätte das Team allerdings Erster werden müssen. „Es ist jetzt wichtig, wie wir damit umgehen und darauf reagieren in unseren kommenden Trainingseinheiten und unseren Spielen“, sagte der deutsche Coach.

Alle Ergebnisse: Deutschland – Schottland 36:37 (0) (4.5/20 Overs), Deutschland – Niederlande 71 (6):72(3) (15/20 Overs); Frankreich – Deutschland 45:46 (1), (9.3/20 Overs); Irland – Deutschland 196 (2):32 (3).