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Interview des DJK mit DCB Mitarbeiterin Nikola über das gemeinsame Projekt „Willkommen im Sport“

Zurzeit gibt es neun DJK-Vereine mit Cricket-Abteilungen, die jüngsten kommen aus Solingen und Karlsruhe. Die neue und dafür zuständige Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle des DCB in Essen ist Nikola Stefaniak. Aufgrund von COVID-19 startete das für zwei Jahre bewilligte Projekt erst im Juni 2020. Wir haben mit Nikola Stefaniak gesprochen.

 

 

Warum ist Cricket seit einigen Jahren so erfolgreich in Deutschland?

Ab 2015 sind vermehrt Geflüchtete nach Deutschland gekommen, die zumeist aus Ländern stammen, in denen Cricket sowieso schon Volkssport ist, zum Beispiel aus Afghanistan und Pakistan. Dadurch ist es zu einem Zuwachs an vor allem jungen Männern gekommen, die nun bei uns in Deutschland Cricket spielen.

 

Was beinhaltet die Kooperation zwischen dem Deutschen Cricket Bund und dem DJK-Sportverband?

Wir nehmen zusammen am Projekt „Willkommen im Sport“ des DOSB teil, dabei geht es unter anderem darum, dass wir in DJK-Vereinen Cricket-Abteilungen gründen und den Geflüchteten Möglichkeiten geben, durch uns Trainerlizenzen zu erlangen. Die Vorteile sind für uns (den Deutschen Cricket Bund), dass es schon so viele DJK-Vereine in Deutschland gibt und dass dadurch die Möglichkeit besteht, mit neuen Cricket-Abteilungen schnell wachsen zu können. Die DJK bietet den Menschen auf der anderen Seite auch die Möglichkeit, im Verein zu spielen. So haben sie eine Vereinszugehörigkeit und können, wenn sie möchten, auch in der Liga spielen. Natürlich freuen wir uns und die DJK, wenn sie sich weiterbilden, C-Lizenzen erlangen und auch Trainerschulungen absolvieren. Für die DJK-Vereine ist der Vorteil, dass etwas Neues in ihrem Portfolio erscheint und der Verein durch ein erweitertes Angebot noch interessanter wird. Es ist für viele Vereine zumeist in der heutigen Zeit schwerer, Mitglieder zu gewinnen, da viele Menschen weniger Zeit haben. Ein erweitertes Angebot fällt da positiv auf.

 

Welche Aufgabe haben Sie bei der Kooperation und im deutschen Cricket Bund?

Ich suche den Kontakt zu den Vereinen und unterstütze bei der Gründung von Cricket-Abteilungen. Ich veranstalte zusammen mit den Vereinen Kick-off Events und bin Ansprechpartnerin beim Deutschen Cricket Bund für die DJK-Vereine. Ich bin für alles Organisatorische zusammen mit der Generalsekretärin des DJK-Sportverbands, Stephanie Hofschlaeger, zuständig, beispielsweise auch für die Organisation der Trainerschulungen.

 

Welche Voraussetzungen sollten auf Vereinsebene erfüllt sein, um Cricket anbieten zu können?

Dafür ist eigentlich nicht viel nötig. Wichtig für das Spielen sind eine Rasenfläche und ein Pitch, aber da gibt es auch einfache Varianten für den Anfang. Wenn ein DJK-Verein sagt, wir würden gerne Cricket mit ins Portfolio nehmen, bekommt der Verein von uns über das Projekt auch ein Starter-Kit gestellt. Da sind die wichtigsten Utensilien wie Schläger und Ball mit drin.

 

Bei der Masse der Geflüchteten handelte es sich ja zumeist um Männer. Spielen denn auch Frauen Cricket?

Das ist auch ein sehr großes Thema für uns, abgesehen vom Projekt „Willkommen im Sport“ wollen wir Jugend- und Frauen-Cricket in Deutschland fördern. Wir haben auch eine sehr erfolgreiche Frauen-Nationalmannschaft in Deutschland. Es spielen schon einige Frauen in Deutschland Cricket, aber im Vergleich zu den Männern leider weniger.

 

Inwiefern bedeutet Cricket auch Integration und Gemeinschaft?

In Deutschland ist das ein großer Aspekt, weil die Spieler zumeist aus anderen Ländern stammen. Es kommen Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen, die gemeinschaftlich den Sport betreiben möchten, den sie schon in ihrer Heimat gespielt haben, nämlich Cricket. Unsere Aufgabe ist es auf jeden Fall, zu versuchen, auch den deutschen Sportler*innen Cricket näher zu bringen. Cricket ist bei der deutschen Bevölkerung nämlich noch recht unbekannt. Wir wollen es schaffen, dass wir durch Cricket eine große Gemeinschaft werden.

 

Information

Der Deutsche Cricket Bund hat 2020 um die 7000 aktive Spieler*innen. Vor 2015 waren es noch um die 70 Mannschaften. 2020 gibt es schon weit über 300 Mannschaften. Brian Mantle ist der Geschäftsführer des Deutschen Cricket Bundes.

 

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